Narbenrekonstruktion bezeichnet die Verbesserung von narbenbedingten Auffälligkeiten des Aussehens, Hautdefekten, Gewebezug und Funktionsstörungen durch chirurgische oder kombinierte Behandlungsmethoden. Neben dem Erscheinungsbild der Narbe stehen Hautform, Gewebedicke, Beweglichkeit, Organfunktion und Lebensqualität besonders im Mittelpunkt.
Manche Narben sind lediglich dunkler verfärbt und leicht verhärtet und können durch Laserbehandlung, Injektionen, Silikon oder Drucktherapie verbessert werden. Andere Narben haben bereits Hautdefekte, lokale Einsenkungen, ein Ektropium des Augenlids, Zug am Mundwinkel, eine Unfähigkeit, die Finger vollständig zu strecken, oder eine eingeschränkte Halsbeweglichkeit verursacht; in solchen Fällen ist eine chirurgische Rekonstruktion erforderlich.
Die Schwierigkeit der Narbenrekonstruktion besteht darin, dass Hautdicke, Farbe, Spannung und funktionelle Anforderungen je nach Körperregion unterschiedlich sind. Deshalb darf die Behandlung nicht nach einem Einheitsprinzip erfolgen; es muss auch berücksichtigt werden, wie die Wunde nach der Entfernung verschlossen, ein Wiederauftreten verringert und die Funktion wiederhergestellt werden kann.
Die rekonstruktive Leiter
Die rekonstruktive Leiter ist ein in der plastischen Chirurgie häufig verwendetes Behandlungskonzept. Ihr Kernprinzip lautet: mit der am wenigsten traumatischen und einfachsten Reparatur zu beginnen und je nach Schweregrad der Narbe schrittweise komplexere Rekonstruktionsverfahren auszuwählen.
Von niedriger zu höherer Stufe lässt sich dies grob verstehen als:
- Nichtoperative Behandlung
- Direkter Verschluss oder einfache Korrektur
- Lokale Lappenplastiken oder Z-Plastik
- Hauttransplantation
- Gewebeexpansion
- Regionale Lappenplastiken oder Fernlappen
- Freie Lappenplastiken und mikrochirurgische Rekonstruktion
- Rekonstruktion zusammengesetzter Gewebe und mehrzeitige Korrektur
Je höher die Stufe der Leiter, desto komplexer ist die Technik und desto höher sind auch das operative Trauma, die Erholungszeit und die Anforderungen an die postoperative Betreuung. Die Wahl des Verfahrens bedeutet jedoch nicht, dass komplexer immer besser ist; plastische Chirurginnen und Chirurgen müssen unter sicheren, stabilen und kontrollierbaren Voraussetzungen mit einer geeigneten Methode das konkrete Narbenproblem lösen.
Erste Stufe: Nichtoperative Behandlung
Bei leichten Narben, frühen hypertrophen Narben und Narben mit deutlich auffälliger Farbe, aber noch akzeptabler Form, wird in der Regel zunächst eine nichtoperative Behandlung erwogen. Zu den häufigen Methoden gehören Silikongel, Silikonpflaster, Drucktherapie, Laserbehandlung, Injektionen in die Narbe, feuchtigkeitsspendende Pflege, Sonnenschutz und Maßnahmen zur Spannungsreduktion.
Die nichtoperative Behandlung ist innerhalb der rekonstruktiven Leiter sehr wichtig. Sie kann frühe Narben weicher, flacher und heller machen und außerdem bessere Voraussetzungen für eine spätere Operation schaffen.
Zweite Stufe: Einfache Exzision und feine Nahttechnik
Die einfache Exzision mit feiner Nahttechnik ist die grundlegendste Form der Narbenkorrektur. Sie eignet sich für lineare Narben, verbreiterte Narben, bestimmte eingesunkene Narben oder unregelmäßige Narben, wenn sie nur eine begrenzte Ausdehnung haben, ausreichend Hautelastizität vorhanden ist und die Wunde nach der Entfernung direkt verschlossen werden kann.
Ziel dieser Art von Operation ist es, eine ursprünglich relativ breite und unebene Narbe in eine schmalere, flachere lineare Narbe umzuwandeln, die dem Hautrelief besser folgt. Der Arzt wird versuchen, den Schnitt entlang natürlicher Hautfalten, Spannungslinien oder verdeckter Bereiche zu planen und die Wunde zugleich schichtweise zu verschließen, um die Oberflächenspannung zu verringern.
Bild in OriginalgrößeSpannungsreduktion kombiniert mit Lasertherapie
Eine lineare Operationsnarbe an der Stirn wurde mit horizontaler versenkter intradermaler Naht (HBIS) und fraktioniertem Kohlendioxidlaser behandelt. Nach einem Monat war das Narbenbild verbessert. Die Pfeile zeigen die Kopfrichtung.
- 4ALineare Stirnnarbe vor der Kombinationstherapie; der Pfeil zeigt die Kopfrichtung.
- 4BUnmittelbarer Befund nach horizontaler versenkter intradermaler Naht.
- 4CNarbenbild einen Monat nach der kombinierten Behandlung mit fraktioniertem Kohlendioxidlaser.
Bildquelle:Lyu KY, Li YS. Mechanisms of surgical incision scar and technological innovations for scar tension reduction based on the mechano-chemo-biological theory. Chin J Burns Wounds. 2026;42(2):133–142. DOI: 10.3760/cma.j.cn501225-20251013-00424
Bild in OriginalgrößeIntegriertes Geweberemodelling
Eine frühe Gesichtsrisswunde bei einem Erwachsenen wurde débridiert und präzise erneut vernäht; nach Fadenentfernung folgte eine Ionenstrahl-Behandlung zur Gewebeumformung. Zwei Monate nach der zweiten Behandlung war die Wundnarbe kaum noch sichtbar.
- 2A3,5 Tage nach der linksseitigen Gesichtsrisswunde wirkt die auswärts erfolgte Naht grob.
- 2BUnmittelbar nach Débridement und präziser erneuter Naht ist die Wunde eben und gut adaptiert.
- 2CZwei Wochen nach Fadenentfernung erfolgt die erste Ionenstrahl-Behandlung.
- 2DZwei Monate nach der ersten Ionenstrahl-Behandlung ist die Narbe deutlich gebessert; unmittelbar erfolgt die zweite Behandlung.
- 2EZwei Monate nach der zweiten Ionenstrahl-Behandlung ist die Wundnarbe kaum noch sichtbar.
Bildquelle:Liu W. Application of interventional tissue remodeling strategy in scar prevention and treatment. Chin J Burns Wounds. 2025;41(4):325–332. DOI: 10.3760/cma.j.cn501225-20250102-00004
Bild in OriginalgrößeKlinischer Vergleich
Nach spindelförmiger Exzision einer Narbe an der rechten Schulter wurde innerhalb derselben Inzision die Heilung nach innerer Naht mit zusätzlicher äußerer Hautnaht und nach alleiniger innerer Naht verglichen.
- 1APräoperativ wird der Bereich der spindelförmigen Exzision markiert und die geplante Inzision in die Abschnitte A und B unterteilt.
- 1BOperationsgebiet nach Exzision der Narbe.
- 1CNach Randomisierung erhält Abschnitt A nach der inneren Naht zusätzlich eine äußere Hautnaht; bei Abschnitt B erfolgt nach der inneren Naht keine weitere Maßnahme.
- 1DNach einem Monat zeigt sich kein deutlicher Unterschied in Narbenbreite oder -farbe zwischen Abschnitt A und B.
- 1ENach sechs Monaten zeigt sich kein deutlicher Unterschied in Narbenbreite oder -farbe zwischen Abschnitt A und B.
- 1FNach zwölf Monaten besteht weiterhin kein deutlicher Unterschied in Narbenbreite oder -farbe zwischen Abschnitt A und B.
Bildquelle:Chen ZA, Yang YT, Wang WB, et al. Prospective self-controlled clinical trial on the effects of external sutureless on skin incision healing. Chin J Burns Wounds. 2024;40(12):1143–1149. DOI: 10.3760/cma.j.cn501225-20240206-00051
Narben, die sich für eine einfache Exzision eignen, erfüllen in der Regel mehrere Bedingungen: Die Fläche ist nicht groß, die umgebende Haut lässt sich mobilisieren, die Entfernung verursacht keine deutliche Verformung, und die lokale Spannung ist kontrollierbar. Kleine Gesichtsnarben, alte Operationsnarben am Bauch und kurze lineare Narben an den Gliedmaßen können für diese Methode geeignet sein.
Die Grenzen der einfachen Korrektur sind ebenfalls deutlich. Liegt die Narbe in einem Bereich hoher Spannung, etwa an der vorderen Brust, an Schulter oder Rücken oder in Gelenknähe, kann sie sich nach direktem Verschluss erneut verbreitern oder hypertroph werden. Wird ein Keloid lediglich herausgeschnitten, ist das Rückfallrisiko höher; meist ist eine kombinierte Behandlung mit Injektionen, Strahlentherapie, Drucktherapie oder Silikontherapie erforderlich.
Bild in OriginalgrößePräoperative Planung
Bei der Schnittplanung für Keloide der Brustwand werden Läsionslängsachse, umgebende Hautfalten und lokale Spannungsrichtung berücksichtigt, damit die Inzision an die regionalen mechanischen Kräfte angepasst ist.
- ABei einem Keloid über dem Manubrium ohne erkennbare umgebende Hautfalten wird die lineare Inzision entlang der Längsachse der Läsion geplant.
- BBei einem Keloid im Bereich des Processus xiphoideus zeigen die umgebenden Hautfalten die lokale Spannungsrichtung (blaue Pfeile); die lineare Inzision wird parallel dazu geplant.
Bildquelle:Pan F, Wei BH, Yang W, Guo LL. Clinical outcomes of keloid core excision combined with radiotherapy in treatment of chest keloid. Academic Journal of Chinese PLA Medical School. 2022;43(5):518–523. DOI: 10.3969/j.issn.2095-5227.2022.05.005
Bild in OriginalgrößeOperationsbeispiel
Kernexzision eines Keloids der Brustwand unter Erhalt eines etwa 1 mm starken Narbenlappens, spannungsarmem schichtweisem Wundverschluss und Einlage einer subkutanen Unterdruckdrainage.
- ADie Haut wird entlang der Längsachse des Keloids eröffnet; das Kerngewebe wird präpariert und entfernt, während ein etwa 1 mm starker Narbenlappen erhalten bleibt.
- BUnmittelbar nach der Kernexzision lassen sich die Wundränder ohne deutliche Spannung adaptieren.
- CDie Inzision wird schichtweise anatomisch verschlossen; subkutan wird eine Unterdruckdrainage eingelegt.
Bildquelle:Pan F, Wei BH, Yang W, Guo LL. Clinical outcomes of keloid core excision combined with radiotherapy in treatment of chest keloid. Academic Journal of Chinese PLA Medical School. 2022;43(5):518–523. DOI: 10.3969/j.issn.2095-5227.2022.05.005
Bild in OriginalgrößeKlinisches Beispiel
Präoperativer, intraoperativer und postoperativer Verlauf einer hypertrophen Unterarmnarbe nach konventioneller spindelförmiger Exzision und lokaler spannungsreduzierender Naht.
- 3AVor der Korrektur zeigt sich eine lineare, gerötete hypertrophe Narbe; beidseits sind Stich- und Nahtspuren der ersten Operation erkennbar.
- 3BVor der Exzision wird die spindelförmige Schnittführung auf der Narbe markiert.
- 3CNach einem Monat ist die verheilte Inzision linear, leicht gerötet und gering erhaben.
- 3DNach zwölf Monaten ist die Inzision flacher. Gegenüber dem ersten Monat ist sie etwas breiter und weiterhin leicht gerötet; die früheren Stich- und Nahtspuren bleiben sichtbar.
Bildquelle:Ma FX, Zhang YH, Dong YC, et al. Clinical efficacy of W-plasty resection combined with remote tension-reducing suture in upper limb scar revision. Chin J Burns Wounds. 2026;42(4):350–358. DOI: 10.3760/cma.j.cn501225-20241226-00507
Dritte Stufe: Z-Plastik und W-Plastik
Z-Plastik und W-Plastik sind häufig verwendete lokale Umformungsverfahren in der Narbenkorrektur. Durch Änderung der Narbenrichtung, Unterbrechung des geradlinigen Zugs und Verlängerung der lokalen Haut verbessern sie lineare Narben, strangförmige Narben und leichte bis mäßige Kontrakturen.
Die Z-Plastik wird häufig bei Narben eingesetzt, die Gelenkbereiche betreffen, bei linearem Zug am Hals, Zug am Mundwinkel, Narben in den Fingerzwischenräumen und leichten Achselkontrakturen. Sie kann eine gerade Narbe in eine gebrochene Linie umwandeln und gleichzeitig die Hautspannung neu verteilen. In Bereichen, die durch Narbenzug verkürzt sind, kann die Z-Plastik die Länge in einer bestimmten Richtung vergrößern.
Die W-Plastik wird häufiger bei linearen Gesichtsnarben eingesetzt, insbesondere bei langen geraden Narben. Sie verwandelt einen geraden Schnitt in eine Folge kleiner Zickzacklinien, sodass sich die Narbe leichter in natürlichen Hautlinien sowie Licht- und Schattenverläufen verbergen lässt.
Bild in OriginalgrößeTechnische Darstellung
Schrittweise Darstellung der W-Plastik-Exzision in Kombination mit entfernter spannungsreduzierender Naht.
- 1APräoperative Narbe.
- 1BWunde nach Exzision der Narbe entsprechend der W-förmigen Planung.
- 1CEntfernte spannungsreduzierende Naht in der tiefen Dermis.
- 1DNaht des Unterhautgewebes; der Pfeil zeigt den Verlauf des Fadens.
- 1EFeine Naht der Epidermis.
Bildquelle:Ma FX, Zhang YH, Dong YC, et al. Clinical efficacy of W-plasty resection combined with remote tension-reducing suture in upper limb scar revision. Chin J Burns Wounds. 2026;42(4):350–358. DOI: 10.3760/cma.j.cn501225-20241226-00507
Solche Operationen stellen hohe Anforderungen an die Planung. Winkel, Längen, Blutversorgung der Lappen und Spannungsrichtung müssen berechnet werden. Bei sinnvoller Planung verbessern sich lokale Form und Beweglichkeit deutlich; bei ungeeigneter Planung kann eine neue auffällige Narbe oder eine lokale Hautnekrose entstehen.
Bild in OriginalgrößeKlinisches Beispiel
Präoperativer, intraoperativer und postoperativer Verlauf einer linearen Narbe am rechten Unterarm nach W-Plastik-Exzision und entfernter spannungsreduzierender Naht.
- 2AVor der Korrektur zeigt sich eine lineare, leicht eingesunkene und ungleichmäßig gefärbte Narbe; beidseits sind Stich- und Nahtspuren der ersten Operation sichtbar.
- 2BVor der Exzision wird die W-förmige Schnittführung auf der Narbe markiert.
- 2CNach einem Monat ist die verheilte Inzision linear, gerötet und deutlich erhaben.
- 2DNach zwölf Monaten ist die Inzision deutlich flacher und farblich der umgebenden Haut angenähert; Stich- oder Nahtspuren sind nicht mehr erkennbar.
Bildquelle:Ma FX, Zhang YH, Dong YC, et al. Clinical efficacy of W-plasty resection combined with remote tension-reducing suture in upper limb scar revision. Chin J Burns Wounds. 2026;42(4):350–358. DOI: 10.3760/cma.j.cn501225-20241226-00507
Vierte Stufe: Rekonstruktion mit lokalem Lappen
Ein lokaler Lappen nutzt gesunde Haut und Unterhautgewebe in der Nähe der Narbe, das in den Defekt nach Narbenexzision rotiert, vorgeschoben oder verlagert wird. Sein Vorteil besteht darin, dass Farbe, Textur und Dicke dem ursprünglichen Bereich nahekommen, sodass das Aussehen nach der Rekonstruktion meist natürlicher ist als nach einer Hauttransplantation.
Lokale Lappen eignen sich für Bereiche mit hohen Anforderungen an Aussehen und Funktion, etwa Gesicht, Hals, Hände und gelenknahe Regionen. Bei kleinen bis mittelgroßen Defekten an Nasenflügel, Augenlidern, Mundregion, Unterkiefer und Ohrumgebung werden lokale Lappen zum Beispiel häufig vorrangig erwogen. Bei Narbenkontrakturen in Gelenknähe können lokale Lappen außerdem weicheres und elastischeres Deckgewebe bereitstellen.
Zu den häufigen lokalen Lappen gehören Vorschublappen, Rotationslappen, Transpositionslappen, Rautenlappen und V-Y-Vorschublappen. Der Arzt plant die Rekonstruktion umfassend anhand von Faktoren wie Defektgröße, Richtung der Blutversorgung und Hauterschlaffung.
Die Einschränkung lokaler Lappen besteht darin, dass das verfügbare Gewebe begrenzt ist. Wenn die Narbenfläche groß ist, auch die umgebende Haut geschädigt ist oder die lokale Hautelastizität nicht ausreicht, kann ein lokaler Lappen allein ungenügend sein, und eine höhere Stufe kann erforderlich werden.
Fünfte Stufe: Hauttransplantation
Bei der Hauttransplantation wird eine Hautschicht von einer anderen Körperstelle entnommen und auf die Wundfläche nach Narbenexzision oder Kontrakturlösung transplantiert. Sie wird häufig bei Narben nach Verbrennungen, großflächigen Hautdefekten, größeren Wundflächen nach Kontrakturlösung und Situationen eingesetzt, in denen lokale Lappen keine ausreichende Deckung ermöglichen.
Hauttransplantate können in Spalthauttransplantate und Vollhauttransplantate unterteilt werden. Spalthauttransplantate heilen leichter ein und eignen sich für größere Wundflächen, können später jedoch Farbunterschiede, Schrumpfung und Texturunterschiede zeigen. Vollhauttransplantate haben eine bessere Textur und schrumpfen relativ weniger; sie werden häufig für kleine Defekte an feineren Bereichen wie Gesicht und Händen verwendet, die verfügbare Entnahmefläche ist jedoch begrenzt.
Bild in OriginalgrößeKlinisches Beispiel
Operationsverlauf und Nachkontrolle einer laufbandbedingten Kontaktverbrennung am linken Handrücken eines Kindes nach Deckung mit einem Vollhauttransplantat aus dem Unterbauch.
- 2APräoperative Wunden an der Rückseite von Zeige-, Mittel- und Ringfinger der linken Hand.
- 2BWunde der linken Hand unmittelbar nach dem Débridement.
- 2CSekundäre Wunde an der Entnahmestelle im Unterbauch nach Gewinnung des Vollhauttransplantats.
- 2DEntnahmestelle unmittelbar nach intrakutanem Wundverschluss.
- 2EBeim Verbandwechsel am siebten postoperativen Tag war die Entnahmestelle gut verheilt; nach Fadenentfernung wurde ein medizinisches Hautentlastungssystem angelegt.
- 2FBeim Verbandwechsel am zehnten postoperativen Tag war das Transplantat an der linken Hand eingeheilt.
- 2GNach sechs Monaten entsprach die Farbe des Transplantats weitgehend der umgebenden Haut; eine Narbenkontraktur lag nicht vor und das Erscheinungsbild der Hand war gut.
- 2HNach sechs Monaten war die Narbe der Entnahmestelle linear und gegenüber dem unmittelbaren postoperativen Befund nicht deutlich verbreitert.
Bildquelle:Tong L, Zhang WF, Hu XL, et al. A prospective randomized controlled study on the repair of skin and soft tissue defect in functional areas of children with full-thickness skin grafts from different sites of abdomen. Chin J Burns Wounds. 2022;38(8):744–752. DOI: 10.3760/cma.j.cn501120-20210709-00243
Die Vorteile der Hauttransplantation sind die große Deckungsfläche und die relativ ausgereifte Technik. Ihre Nachteile sind ebenfalls klar: Die transplantierte Haut besitzt keine vollständigen Hautanhangsgebilde, sodass Farbe und Textur abweichen können; in Gelenknähe kann sie erneut schrumpfen; nach der Operation sind Drucktherapie, Schienen und Rehabilitationstraining erforderlich.
Bei der Lösung von Narbenkontrakturen nach Verbrennungen wird häufig eine Hauttransplantation eingesetzt. Wenn jedoch an einem Funktionsbereich höhere Anforderungen bestehen oder widerstandsfähigeres und elastischeres Gewebe benötigt wird, kann der Arzt eine Lappenrekonstruktion wählen.
Sechste Stufe: Rekonstruktion durch Gewebeexpansion
Die Gewebeexpansion ist eine sehr wichtige Methode in der Narbenrekonstruktion. Ihr Prinzip besteht darin, nahe der Narbe oder in einem angrenzenden Bereich einen Expander einzusetzen und regelmäßig Flüssigkeit einzuspritzen, sodass normale Haut allmählich gedehnt wird. Nach einigen Wochen oder Monaten nutzt der Arzt dann die expandierte Haut zur Rekonstruktion des Narbenbereichs.
Der größte Vorteil der Gewebeexpansion besteht darin, dass ein benachbarter Bereich mit ähnlicher Haut rekonstruiert werden kann. Eine Gewebeexpansion kann bei Narben der Kopfhaut, im Gesicht und Halsbereich, am Rumpf sowie bei Narben nach Verbrennungen im Kindesalter eingesetzt werden. Die expandierte Haut ähnelt der umgebenden Region in Farbe, Textur und Dicke und eignet sich daher besonders für Bereiche mit hohen ästhetischen Anforderungen.
Zum Beispiel bei einer Kopfhautnarbe mit Haarausfall: Wenn direkt eine Hauttransplantation durchgeführt wird, hat der rekonstruierte Bereich keine Haare, sodass der Unterschied im Erscheinungsbild deutlich ist. Durch eine Kopfhautexansion kann behaarte Kopfhaut verwendet werden, um den Narbenbereich zu bedecken, was natürlicher aussieht. Auch bei Narben im Gesicht und Halsbereich lässt sich durch Expansion eine bessere Übereinstimmung von Farbe und Textur erreichen.
Die Nachteile der Gewebeexpansion sind eine lange Behandlungsdauer, wiederholte Nachsorgetermine zum Auffüllen mit Kochsalzlösung und eine lokale Vorwölbung während der Expansion, die Aussehen und Alltag beeinträchtigen kann. Mögliche Komplikationen sind Infektion, Freiliegen des Expanders, Hautaufbruch, Schmerzen und unzureichende Expansion. Die Mitarbeit der Patientin oder des Patienten hat großen Einfluss auf das Ergebnis.
Siebte Stufe: regionale Lappen und Fernlappen
Wenn lokales Gewebe nicht ausreicht und ein Hauttransplantat die funktionellen und ästhetischen Anforderungen nicht erfüllen kann, können regionale Lappen oder Fernlappen erwogen werden. Ein regionaler Lappen ist die Verlagerung von Gewebe mit eigener Blutversorgung aus einem benachbarten Bereich; ein Fernlappen kann aus einer weiter entfernten Körperregion stammen.
Solche Lappen werden häufig bei Narbendefekten eingesetzt, die groß oder tief sind oder wichtige Strukturen freilegen. Wenn zum Beispiel nach Narbenentfernung Sehnen, Knochen, Gelenke, Blutgefäße oder Nerven freiliegen, kann eine einfache Hauttransplantation nur schwer einheilen; dann wird zur Deckung ein Lappen mit eigener Blutversorgung benötigt.
Im Vergleich zu einem Hauttransplantat ist ein Lappen dicker, besser durchblutet und widerstandsfähiger gegen Infektionen und mechanische Belastung. An funktionell wichtigen Bereichen wie Hand, Fuß und Sprunggelenk, Knie und Ellenbogen kann ein Lappen eine stabilere Weichteildeckung bieten und erneutes Aufbrechen verringern.
Der Preis regionaler Lappen ist eine höhere Operationskomplexität, und auch an der Entnahmestelle bleibt eine Narbe zurück. Die Ärztin oder der Arzt muss den Rekonstruktionserfolg gegen die Schädigung der Entnahmestelle abwägen.
Achte Stufe: mikrochirurgische freie Lappen
Die mikrochirurgische Rekonstruktion ist eine fortgeschrittene Stufe der rekonstruktiven Leiter. Bei einem freien Lappen werden Haut, Faszie, Muskel oder zusammengesetztes Gewebe mit Blutgefäßen aus einer Körperregion entnommen und unter dem Mikroskop mit Gefäßen im Empfängergebiet verbunden, damit das transplantierte Gewebe wieder eine Blutversorgung erhält.
Bild in OriginalgrößeKontrakturlösung und funktionelle Rekonstruktion
Nach Lösung einer Narbenkontraktur der linken Handfläche infolge elektrischer Verbrennung lagen Gefäße und Sehnen frei. Die Deckung erfolgte mit einem freien medialen Plantarlappen vom linken Fuß, der nach zehn Monaten eine günstige Kontur zeigte.
- 2APräoperativ besteht eine Narbenkontraktur der linken Handfläche nach elektrischer Verbrennung.
- 2BNach Exzision und Lösung der Narbe liegen in der palmaren Wunde Gefäße und Sehnen frei.
- 2CUnmittelbarer Befund nach Deckung der gelösten Wunde mit einem freien medialen Plantarlappen.
- 2DNach zehn Monaten zeigt der Lappen an der linken Handfläche eine günstige Kontur.
Bildquelle:Han F, Yang XK, He T, et al. Curative effects of medial plantar free flap in reconstructing electric burn wound and scar contracture in the palm. Chin J Burns Wounds. 2023;39(9):820–825. DOI: 10.3760/cma.j.cn501225-20230601-00197
Bild in OriginalgrößeMikrochirurgische Rekonstruktion
Eine elektrische Verbrennungswunde der linken Handfläche wurde mit einem freien medialen Plantarlappen vom linken Fuß rekonstruiert. Nach sechs Monaten zeigte der Lappen eine günstige Kontur, und an der plantaren Entnahmestelle bestand keine erkennbare Narbenkontraktur.
- 1APräoperativ zeigt die elektrische Verbrennungswunde der linken Handfläche lederartig nekrotisches Gewebe.
- 1BDas Entnahmeareal des Lappens wird anhand der Wundgröße nach dem Débridement an der medialen linken Fußsohle geplant.
- 1CNach sechs Monaten zeigt der Lappen an der linken Handfläche eine günstige Kontur.
- 1DNach sechs Monaten besteht an der plantaren Entnahmestelle links keine erkennbare Narbenkontraktur.
Bildquelle:Han F, Yang XK, He T, et al. Curative effects of medial plantar free flap in reconstructing electric burn wound and scar contracture in the palm. Chin J Burns Wounds. 2023;39(9):820–825. DOI: 10.3760/cma.j.cn501225-20230601-00197
Bild in OriginalgrößeKlinisches Beispiel
Eine eingesunkene Narbe der rechten Gesichtshälfte wurde mit einem vaskularisierten freien Fettlappen vom anterolateralen Oberschenkel rekonstruiert; nach neun Monaten waren Gesichtskontur und Symmetrie verbessert.
- 1APräoperative Frontalansicht mit Einsenkung der rechten Gesichtshälfte und hypertropher Narbenbildung an der Hautoberfläche.
- 1BPräoperative Ansicht von rechts mit Weichteilvolumendefizit und eingesunkener Kontur.
- 1CIntraoperative Markierung des eingesunkenen Areals sowie von Lage und Länge der Inzision an der Empfängerstelle.
- 1DDer vaskularisierte freie Fettlappen vom anterolateralen Oberschenkel unmittelbar nach der Entnahme.
- 1EUnmittelbarer Befund nach Übertragung des Fettlappens in die Empfängerregion des Gesichts und Wundverschluss.
- 1FFrontalansicht nach neun Monaten mit eingeheiltem Lappen und verbesserter Gesichtssymmetrie.
- 1GRechte Halbprofilansicht nach neun Monaten mit voller wirkender Kontur der rechten Gesichtshälfte.
- 1HRechte Seitenansicht nach neun Monaten mit gebesserter Einsenkung und ausgewogenerer Gesichtskontur.
Bildquelle:Li H, Du YT, He T, et al. Clinical efficacy of anterolateral thigh free fat flap transplantation with vascular anastomosis for reconstructing facial depressed scars. Chin J Burns Wounds. 2025;41(7):665–672. DOI: 10.3760/cma.j.cn501225-20241227-00510
Bild in OriginalgrößeKlinisches Beispiel
Operationsablauf und Neun-Monats-Kontrolle einer Rekonstruktion der rechten Hand mit einem nach der „Drei-Quellen-Vier-Linien-Methode“ geplanten und entnommenen Peronealarterien-Perforatorlappen.
- 2AWunden an Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand nach dem Débridement.
- 2BPlanung des Lappens am linken Unterschenkel nach der „Drei-Quellen-Vier-Linien-Methode“.
- 2CIntraoperativ werden zwei Perforatoren identifiziert, die beide aus der Peronealarterie stammen.
- 2DDer entnommene Lappen ist zur Übertragung an die Empfängerstelle vorbereitet.
- 2EUnmittelbarer Befund der Empfängerstelle nach der Lappenrekonstruktion.
- 2FEntnahmestelle am linken Unterschenkel nach direkter Adaptation und Naht.
- 2GNach neun Monaten zeigt der Lappen eine gute Farbe und keine auffällige Volumenzunahme.
- 2HNach neun Monaten verbleibt an der Entnahmestelle eine lineare Narbe.
Bildquelle:Wu CL, Zhang Y, Cheng JN, et al. Clinical application effects of the “three-source and four-line method” in the design and harvest of anterolateral lower leg perforator flaps. Chin J Burns Wounds. 2026;42(3):252–260. DOI: 10.3760/cma.j.cn501225-20250328-00148
Bild in OriginalgrößeKlinisches Beispiel
Operationsablauf und Zehn-Monats-Kontrolle einer Rekonstruktion der linken Hand, bei der nach der „Drei-Quellen-Vier-Linien-Methode“ ein Ersatzperforator identifiziert und die Lage des Perforatorlappens der oberflächlichen Peronealarterie angepasst wurde.
- 3AWunde am Zeigefinger der linken Hand nach dem Débridement.
- 3BPlanung des Lappens am rechten Unterschenkel nach der „Drei-Quellen-Vier-Linien-Methode“.
- 3CNach Identifikation eines Ersatzperforators wird die Position der Lappenentnahme angepasst.
- 3DDie intraoperative Rückverfolgung zeigt den Ursprung des Ersatzperforators aus der oberflächlichen Peronealarterie.
- 3EUnmittelbarer Befund der Empfängerstelle nach der Lappenrekonstruktion.
- 3FEntnahmestelle am rechten Unterschenkel nach direkter Adaptation und Naht.
- 3GNach zehn Monaten zeigt der Lappen eine gute Farbe und keine auffällige Volumenzunahme.
- 3HNach zehn Monaten verbleibt an der Entnahmestelle eine lineare Narbe.
Bildquelle:Wu CL, Zhang Y, Cheng JN, et al. Clinical application effects of the “three-source and four-line method” in the design and harvest of anterolateral lower leg perforator flaps. Chin J Burns Wounds. 2026;42(3):252–260. DOI: 10.3760/cma.j.cn501225-20250328-00148
Bild in OriginalgrößeKlinisches Beispiel
Operationsablauf und Acht-Monats-Kontrolle einer beidseitigen Handrekonstruktion mit nach der „Drei-Quellen-Vier-Linien-Methode“ geplanten Perforatorlappen der vorderen Schienbeinarterie und der oberflächlichen Peronealarterie.
- 4AWunde am Zeigefinger der linken Hand nach dem Débridement.
- 4BWunden an Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand nach dem Débridement.
- 4CPlanung der Lappen am rechten Unterschenkel nach der „Drei-Quellen-Vier-Linien-Methode“.
- 4DIntraoperativ werden zwei Perforatoren identifiziert, die aus der vorderen Schienbeinarterie beziehungsweise der oberflächlichen Peronealarterie stammen.
- 4EDer entnommene Lappen ist zur Übertragung an die Empfängerstelle der linken Hand vorbereitet.
- 4FDer entnommene Lappen ist zur Übertragung an die Empfängerstelle der rechten Hand vorbereitet.
- 4GUnmittelbarer Befund der linken Hand nach der Lappenrekonstruktion.
- 4HUnmittelbarer Befund der rechten Hand nach der Lappenrekonstruktion.
- 4IEntnahmestelle am rechten Unterschenkel nach direkter Adaptation und Naht.
- 4JNach acht Monaten zeigt der Lappen an der linken Hand eine gute Farbe und keine auffällige Volumenzunahme.
- 4KNach acht Monaten zeigt der Lappen an der rechten Hand eine gute Farbe und keine auffällige Volumenzunahme.
- 4LNach acht Monaten verbleibt an der Entnahmestelle eine lineare Narbe.
Bildquelle:Wu CL, Zhang Y, Cheng JN, et al. Clinical application effects of the “three-source and four-line method” in the design and harvest of anterolateral lower leg perforator flaps. Chin J Burns Wounds. 2026;42(3):252–260. DOI: 10.3760/cma.j.cn501225-20250328-00148
Diese Methode eignet sich für komplexe, großflächige Narbenrekonstruktionen mit ausgeprägten tiefen Gewebedefekten. Beispiele sind schwere Weichteildefekte nach Verbrennungen an Hals, Gesicht, Hand oder unteren Extremitäten, freiliegender Knochen, freiliegende Sehnen oder Gelenke nach Narbenentfernung, mehrfach fehlgeschlagene Operationen oder sehr schlechte lokale Gewebeverhältnisse.
Die Mikrochirurgie kann in einem Eingriff eine relativ große Gewebefläche mit zuverlässiger Blutversorgung und geeigneter Dicke bereitstellen. Je nach Bedarf kommen zum Beispiel ein anterolateraler Oberschenkellappen, ein Latissimus-dorsi-Lappen, ein anterolateraler Oberschenkel-Perforatorlappen oder ein Deep-Inferior-Epigastric-Artery-Perforator-Lappen infrage. Bei manchen komplexen Rekonstruktionen kann auch eine Rekonstruktion von Nerven, Sehnen oder Knochen erforderlich sein.
Die Mikrochirurgie stellt hohe Anforderungen an die Ausstattung des Krankenhauses, die Erfahrung der Operateurin oder des Operateurs und die postoperative Überwachung. Nach der Operation muss die Blutversorgung des Lappens engmaschig beobachtet werden, um eine Gefäßkrise zu verhindern. Die Erholungszeit ist relativ lang, doch für die funktionelle Rekonstruktion komplexer Narben ist sie häufig eine sehr wertvolle Option.
Neunte Stufe: zusammengesetztes Gewebe und mehrstufige Rekonstruktion
Manche Narben verursachen Probleme, die über die Hautoberfläche hinausgehen. Nach einer schweren Gesichtsverbrennung können zum Beispiel gleichzeitig Hautdefekte, ein Ektropium der Augenlider, eine Kontraktur um den Mund, eine Verformung des Nasenflügels, Haarverlust und psychische Belastung bestehen. Schwere Handnarben können mit Sehnenverklebungen, Gelenksteife, Nervenschädigung und Weichteildefekten einhergehen.
In einer solchen Situation ist meist eine mehrstufige Rekonstruktion erforderlich. In der ersten Stufe können zunächst Kontrakturen gelöst und grundlegende Funktionen wiederhergestellt werden; in der zweiten Stufe wird die Gewebedeckung verbessert; in der dritten Stufe wird das Erscheinungsbild verfeinert; später können Laserbehandlungen, Fetttransplantation, Haartransplantation, Verbesserung der Hauttextur oder eine sekundäre Feinkorrektur folgen.
Die Rekonstruktion zusammengesetzter Gewebe betont eine Gesamtplanung. Die Ärztin oder der Arzt beurteilt unter anderem Gesichtsproportionen, Organfunktion, Gelenkbeweglichkeit, Bedingungen an der Entnahmestelle, Alter der Patientin oder des Patienten, berufliche Anforderungen und psychischen Zustand. Außerdem dauert die Behandlung komplexer Narben lange, sodass Patientinnen und Patienten realistische Erwartungen haben sollten.
Q&A zur Narbenrekonstruktion
Wie wählt man die passende Stufe der rekonstruktiven Leiter?
Die Wahl der Rekonstruktionsmethode hängt hauptsächlich von mehreren Faktoren ab:
Narbengewebe: Größe und Tiefe Kleine lineare Narben können sich für eine einfache Exzision eignen, während großflächige Verbrennungsnarben möglicherweise eine Hauttransplantation, Gewebeexpansion oder Lappenplastik erfordern.
Ob die Funktion beeinträchtigt ist Narben, die die Beweglichkeit der Finger, des Halses, der Achselhöhle, der Augenlider, der Mundwinkel oder von Gelenken beeinträchtigen, haben eine höhere Priorität bei der Wiederherstellung der Funktion.
Zustand der umgebenden Haut Wenn die umgebende Haut locker und gesund ist, kann ein lokaler Lappen oder ein direkter Wundverschluss gewählt werden; wenn auch die umgebende Haut vernarbt ist, kann eine höhere Stufe der rekonstruktiven Leiter erforderlich sein.
Ob ein Rezidiv wahrscheinlich ist Keloide, Narben an der vorderen Brust sowie Narben an Schultern oder Rücken haben nach einer Operation ein höheres Rezidivrisiko und erfordern häufig eine Kombinationstherapie.
Ästhetische Anforderungen und Besonderheiten der Körperregion Im Gesicht, am Hals und an den Händen wird stärker auf Farbe, Dicke, Textur und feinmotorische Funktion geachtet.
Ob der Patient bei einer langfristigen Nachbehandlung mitwirken kann Gewebeexpansion, Drucktherapie, Rehabilitation mit Schienen und die postoperative Versorgung nach mikrochirurgischen Eingriffen erfordern alle ein hohes Maß an Mitarbeit.
Insgesamt ist die Wahl der Behandlungsmethode das Ergebnis einer umfassenden Abwägung und wird weder vom Patienten allein noch vom Arzt allein entschieden.
Warum ist nach einer Narbenrekonstruktion eine postoperative Nachbehandlung erforderlich?
Nach Abschluss der Narbenrekonstruktion durchläuft der neue Schnitt weiterhin den Prozess der Narbenbildung, und die postoperative Nachbehandlung beeinflusst das endgültige Ergebnis unmittelbar.
Zur üblichen postoperativen Narbenbehandlung gehören: Zugentlastung, Silikontherapie, Drucktherapie, Sonnenschutz, Laserbehandlung, Injektionen, Massage, Schienen, Rehabilitationstraining und regelmäßige Kontrolluntersuchungen. Narben in Gelenknähe erfordern besonders Bewegungstraining, um eine erneute Kontraktur zu verhindern. Patienten mit Keloiden benötigen eine längerfristige Beobachtung und bei Bedarf eine kombinierte Radiotherapie, Injektionen oder Drucktherapie, um das Rezidivrisiko zu senken.
Eine rekonstruktive Operation behandelt strukturelle Probleme; die langfristige Nachsorge trägt dazu bei, ob die Narbe stabil bleibt. Wird die Nachsorge vernachlässigt, können trotz guter Operationsplanung unerwünschte Verbreiterung, Hypertrophie, Pigmentierung, Kontraktur oder Rezidive auftreten.
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