Warum Narben spannen, ziehen oder Bewegung einschränken
Wie lässt sich das behandeln?
Nach der Bildung einer Narbe fühlt sich die Haut in diesem Bereich häufig gespannt, ziehend und weniger beweglich an.
Eine leichte Spannung tritt meist in der frühen Phase der Wundheilung auf und nimmt mit der Reifung der Narbe allmählich ab; eine starke Spannung kann sich zu einer Narbenkontraktur entwickeln und die Gelenkbeweglichkeit, die Mimik, die Drehung des Halses, die Beugung und Streckung der Finger und sogar den Alltag beeinträchtigen.
Für Laien lässt sich Narbenspannung als drei Arten von Veränderungen verstehen: Die Hautoberfläche verhärtet sich, das Unterhautgewebe verklebt, und tiefere Gewebe werden durch die Schrumpfung der Narbe gezogen. Unterschiedliche Probleme erfordern unterschiedliche Behandlungsformen.
Bei der Wundheilung zieht sich die Haut natürlicherweise zusammen
Nach einer Hautverletzung startet der Körper ein Reparaturprogramm. In der frühen Phase werden zunächst Blutungen gestillt und Infektionen abgewehrt; anschließend wandern Fibroblasten in die Wunde ein und bilden Kollagen sowie extrazelluläre Matrix, um den beschädigten Bereich aufzufüllen. Dieser Prozess hilft, die Wunde zu schließen, führt aber auch dazu, dass sich das lokale Gewebe allmählich zusammenzieht.
Eine maßvolle Kontraktion hilft, die Wundfläche zu verkleinern. Wenn zum Beispiel eine Schürfwunde, ein Operationsschnitt oder eine Verbrühungswunde heilt, nähern sich die Wundränder zur Mitte hin an. Probleme entstehen, wenn die Kontraktion zu stark ist, zu lange anhält, die Wundfläche groß ist oder die Narbe an einer beweglichen Körperstelle liegt. Narbengewebe kann wie ein kürzer gewordenes, verhärtetes Band wirken, das die umgebende Haut zur Mitte hin zieht; dadurch entstehen Spannungsgefühl und Bewegungseinschränkung.
Diese Kontraktion ist nach Verbrennungen, Verbrühungen, tiefen Verletzungen oder großflächigen Hautdefekten deutlicher ausgeprägt. Besonders gilt dies, wenn die Wunde über Gelenke, Hals, Achselhöhle, Finger, Mundwinkel oder Augenlider verläuft, denn dort kann bereits eine leichte Kontraktion deutliche funktionelle Auswirkungen haben.
Übermäßige Kollageneinlagerung kann eine Narbe hart und dick machen
In normaler Haut ist Kollagen relativ geordnet angeordnet, und die Elastizität ist gut. Im Narbengewebe ist Kollagen dichter und ungeordneter angeordnet, mit geringerer Elastizität. Je aktiver die Wundheilung ist, desto mehr Kollagen wird eingelagert, und desto eher wird die Narbe dick, hart und gespannt.
Hypertrophe Narben führen häufig dazu, dass die Haut ihre Weichheit verliert und bei Bewegung ein Zuggefühl entsteht. So kann sich zum Beispiel eine Operationsnarbe an der Brust beim Anheben der Arme oder beim Weiten des Brustkorbs gespannt anfühlen; eine Operationsnarbe am Bauch kann beim Vorbeugen oder Strecken ziehen; und eine Narbe am Knie oder Ellenbogen kann beim Beugen und Strecken deutlich unangenehm sein.
Die Reifungsphase einer Narbe dauert in der Regel mehrere Monate bis über ein Jahr. Frühe Narben sind eher rot, hart und gespannt; später können sie allmählich heller, weicher und flacher werden. Wenn eine Narbe weiter dicker wird, sich ausdehnt, juckt oder schmerzt, sollte an eine krankhafte Narbenwucherung gedacht werden.
Myofibroblasten erzeugen „Kontraktionskraft“
Narbenspannung steht in engem Zusammenhang mit einer besonderen Zellart, den sogenannten Myofibroblasten. Sie besitzen sowohl Eigenschaften von Fibroblasten als auch muskelähnliche Kontraktionseigenschaften und können dadurch Zugkräfte erzeugen, die helfen, die Wunde zu verkleinern.
Bei der normalen Wundheilung haben diese Zellen eine gewisse positive Funktion. Nach dem Verschluss der Wunde nimmt ihre Aktivität allmählich ab. Wenn die Entzündung anhält, die Spannung zu groß ist oder die Wundheilung lange dauert, können Myofibroblasten über längere Zeit aktiv bleiben und weiter an Kollagen und umgebendem Gewebe ziehen, sodass die Narbe immer gespannter wird.
Dies ist auch einer der Gründe, warum sich Narbenkontrakturen nach Verbrennungen allmählich verschlimmern können. Die Wundoberfläche sieht möglicherweise verheilt aus, doch im Inneren der Haut laufen Kontraktion und Umbau weiterhin ab. Ohne frühe Rehabilitation, Schienenlagerung und Dehnübungen kann ein Gelenk langsam in eine eingeschränkte Stellung gezogen werden.
Subkutane Verklebungen können tiefen Zug verursachen
Manche Narben wirken an der Oberfläche nicht besonders dick, fühlen sich bei Bewegung aber sehr gespannt an und scheinen beim Drücken unten „festgenagelt“ zu sein. Dies hängt meist mit subkutanen Verklebungen zusammen.
Subkutane Verklebung bedeutet, dass Narbengewebe mit tiefer liegender Faszie, Muskel, Sehnenscheide, Knochenhaut oder anderen Geweben verklebt ist. Kaiserschnittnarben, Operationsnarben am Bauch, Narben nach Verletzungen und eingesunkene Aknenarben können alle Verklebungen unterschiedlichen Ausmaßes aufweisen.
Verklebungen schränken das Gleiten der Haut ein. Normale Haut kann sich auf den tieferen Geweben leicht verschieben; nach einer Verklebung nimmt der Bewegungsumfang der Haut ab, und das Zuggefühl wird deutlicher. Verklebungen einer Bauchnarbe können ein Stufengefühl im Unterbauch, eine lokale Einziehung und Zug beim Vorbeugen verursachen; Verklebungen von Gesichtsnarben können die Mimik beeinflussen; und Verklebungen von Handnarben können das Gleiten der Sehnen beeinträchtigen, sodass die Finger weniger beweglich sind.
Die Lage der Narbe bestimmt das Ausmaß der Einschränkung
Narben gleicher Größe können je nach Körperstelle sehr unterschiedliche Auswirkungen haben.
Wenn sich eine Narbe am Hals zusammenzieht, kann sie das Nach-oben-Schauen, Nach-unten-Schauen und Drehen des Kopfes beeinträchtigen. Eine Narbe in der Achselhöhle kann das Anheben des Arms einschränken. Narben in der Ellenbeuge oder Kniekehle können Beugung und Streckung beeinträchtigen. Narben an Fingern oder Handfläche können das Faustmachen, das Strecken der Finger und feinmotorische Bewegungen beeinträchtigen. Narben um Mundwinkel, Augenlider oder Nasenflügel können Essen, Augenschluss, Mimik und Gesichtssymmetrie beeinträchtigen.
Narben in Gelenknähe erfordern besondere Aufmerksamkeit. Wenn gespannte Haut die Bewegung über längere Zeit einschränkt, können sich auch Gelenkkapsel, Bänder und Sehnen allmählich verkürzen, wodurch die spätere Behandlung schwieriger wird. Narbenkontrakturen bei Kindern können außerdem die Entwicklung von Knochen und Weichteilen beeinflussen.
Welche Narben führen eher zu Zuggefühl und Bewegungseinschränkung?
Narben nach tiefen Verbrennungen und Verbrühungen entwickeln am ehesten Kontrakturen, weil die Wunden tief und großflächig sind, lange zum Heilen brauchen und eine ausgeprägte Kollagenablagerung sowie Schrumpfungsreaktion zeigen.
Auch Wunden, die Gelenkbereiche betreffen, können leicht zu Bewegungseinschränkungen führen. Dazu gehören zum Beispiel Verletzungen oder Operationsschnitte an Ellenbogen, Knie, Fingern, Achselhöhle oder Hals; wenn die Narbenrichtung mit der Bewegungsrichtung des Gelenks kollidiert, entsteht leicht ein Zug.
Infektionen, wiederholtes Aufbrechen und langsame Wundheilung erhöhen ebenfalls das Risiko. Wenn die Wundfläche lange in einem entzündlichen Zustand bleibt, sind Fibroblasten und Kollagensynthese anhaltend aktiv, sodass die Narbe eher dicker wird und sich zusammenzieht.
Hypertrophe Narben und Keloide können ebenfalls ein Spannungsgefühl verursachen. Hypertrophe Narben bleiben meist auf den Bereich der ursprünglichen Wunde begrenzt, während Keloide über die ursprüngliche Wunde hinaus nach außen wachsen können. Beide können hart werden, jucken und schmerzen; liegen sie in beweglichen Bereichen, verstärken sie den Zug.
Frühzeitige Behandlung: weitere Narbenschrumpfung verringern
Wenn sich eine Narbe gerade gebildet hat, sind die Ziele der Behandlung: überschießendes Wachstum zu verringern, Spannung zu reduzieren und die Beweglichkeit zu erhalten.
Nachdem die Wunde vollständig geschlossen ist, können unter ärztlicher Anleitung Silikongel oder Silikonpflaster verwendet werden. Eine Silikonbehandlung wird häufig in der frühen Behandlung hypertropher Narben eingesetzt und kann helfen, Rötung, Verhärtung, Juckreiz, Verdickung und ähnliche Veränderungen der Narbe zu verbessern.
Auch Spannungsentlastung ist wichtig. An Schnittstellen können zusätzlich spannungsentlastende Pflaster verwendet werden, um die Zugkräfte auf beiden Hautseiten zu verringern. Je größer die Spannung ist, desto eher wird die Narbe breiter und dicker. Hochspannungsbereiche wie vordere Brust, Schulter und gelenknahe Regionen erfordern besondere Aufmerksamkeit.
Auch Sonnenschutz darf nicht vernachlässigt werden. Ultraviolette Strahlung kann Pigmentierung verstärken und Narben auffälliger machen. Frühe Narben sind rötlich und reich an Blutgefäßen, wodurch sie empfindlicher gegenüber ultravioletter Strahlung sind.
Rehabilitationstraining: verhindern, dass Gelenke durch Narben eingeschränkt werden
Wenn bereits Spannungsgefühl oder Bewegungseinschränkung aufgetreten sind, ist Rehabilitationstraining einer der zentralen Bestandteile der Behandlung. Besonders bei Narben nach Verbrennungen, Narben in Gelenknähe, Handnarben und Halsnarben darf man sich nicht nur auf das äußere Erscheinungsbild der Hautoberfläche konzentrieren.
Rehabilitationstraining umfasst in der Regel:
Dehnübungen Durch langsames, anhaltendes und regelmäßiges Dehnen wird der Bewegungsumfang von Haut und Gelenken erhalten. Das Dehnen sollte schrittweise erfolgen; gewaltsames Ziehen ist zu vermeiden, da es zu Aufbrechen der Haut oder einer Verschlimmerung der Entzündung führen kann.
Aktive Bewegungsübungen Die Patientin oder der Patient führt selbst Bewegungen wie Beugung und Streckung, Rotation und Abduktion der Gelenke aus, um Muskelkraft und Koordination zu erhalten.
Passive Bewegungsübungen Diese werden mit Unterstützung einer Rehabilitationstherapeutin bzw. eines Rehabilitationstherapeuten oder von Angehörigen durchgeführt und eignen sich für Menschen mit deutlich eingeschränkter Beweglichkeit, Kinder oder Personen, die sich in der frühen Phase nicht zu bewegen trauen.
Funktionelles Training Bei Narben an der Hand müssen Bewegungen wie Greifen, Pinzettengriff und Strecken der Finger trainiert werden; bei Narben am Hals müssen das Anheben des Kopfes und das Drehen des Kopfes trainiert werden; bei Narben an den unteren Gliedmaßen sollte das Training mit Stehen, Gehen und Gangschulung kombiniert werden.
Rehabilitationstraining muss langfristig konsequent fortgeführt werden. Eine Besserung des Gefühls nach kurzfristigem Dehnen bedeutet nicht, dass die Narbe bereits stabil ist. Die Reifungsphase einer Narbe ist relativ lang, und auch Behandlung und Training sollten kontinuierlich weiterverfolgt werden.
Drucktherapie: Kontrolle von Wucherung und Kontraktur
Drucktherapie wird häufig bei hypertrophen Narben nach Verbrennungen, großflächigen Narben und Narbenarealen eingesetzt, die leicht dicker werden. Durch anhaltenden, gleichmäßigen Druck hilft sie, eine übermäßige Narbenwucherung zu hemmen, und fördert, dass die Narbe flacher und weicher wird.
Häufige Formen sind Kompressionskleidung, elastische Manschetten, Druckhandschuhe, Masken, Halskrausen, Ohrclips und ähnliche Hilfsmittel. Nach der Behandlung von Keloiden am Ohrläppchen werden ebenfalls häufig Druckclips eingesetzt, um das Rückfallrisiko unterstützend zu senken.
Entscheidend bei der Drucktherapie sind: geeigneter Druck, ausreichend lange Dauer und gute Therapietreue.
Ist der Druck zu gering, ist die Wirkung begrenzt; ist der Druck zu stark, kann es zu Druckschäden der Haut, Taubheitsgefühl oder Durchblutungsproblemen kommen. Kinder und Verbrennungspatienten benötigen besonders regelmäßige Anpassungen durch Fachpersonal.
Schienen und Lagerungsmanagement: Gelenke in einer günstigen Position halten
Narbenkontrakturen ziehen ein Gelenk häufig in eine bestimmte feste Richtung. Die Aufgabe einer Schiene besteht darin, das Gelenk in einer günstigen Position zu halten und zu verhindern, dass sich die Narbe weiter verkürzt.
Zum Beispiel kann nach einer Verbrennung der Hand eine Handflächenschiene oder Fingerschiene erforderlich sein, um die Finger gestreckt und den Daumenzwischenraum offen zu halten. Bei einer Halsnarbe kann eine Halskrause nötig sein, um die Streckung des Halses zu unterstützen. Bei einer Achselnarbe kann eine Abduktionsschiene erforderlich sein, um eine Achselkontraktur zu vermeiden, die dadurch entsteht, dass der Oberarm über längere Zeit eng am Körper anliegt.
Auch das Lagerungsmanagement ist sehr wichtig. Wenn sich eine Narbe in Gelenknähe über längere Zeit in Beugestellung befindet, verkürzt sich die Narbe entsprechend dieser Haltung. Schlafen, Ruhen, Sitzhaltung und Standhaltung können alle den späteren Bewegungsumfang beeinflussen.
Welche Probleme können Laserbehandlung, Injektionen und licht- bzw. energiebasierte Behandlungen lösen?
Eine Laserbehandlung kann eingesetzt werden, um Farbe, Dicke, Beschaffenheit und Beschwerden einer Narbe zu verbessern. Bei einer deutlich gefäßreichen roten Narbe kann ein gefäßgerichteter Laser erwogen werden; bei einer dicken, harten Narbe kann eine fraktionierte Laserbehandlung kombiniert werden, um Beschaffenheit und Weichheit zu verbessern.
Injektionen in die Narbe werden häufig bei hypertrophen Narben und Keloiden eingesetzt. Häufig verwendete Medikamente umfassen Glukokortikoide sowie weitere Kombinationsmedikamente. Ziel ist es, die Aktivität von Fibroblasten zu hemmen, die Kollagenablagerung zu verringern und Juckreiz sowie Schmerzen zu lindern.
Behandlungen wie Radiofrequenz, Microneedling und fraktionierter Laser können die Kollagenneubildung bzw. -umstrukturierung stimulieren und die Härte und Textur einiger oberflächlicher bis mitteltiefer Narben verbessern. Bei tiefen Verwachsungen, schwerer Kontraktur oder deutlicher funktioneller Einschränkung reicht eine licht- bzw. energiebasierte Behandlung allein in der Regel nicht aus und muss mit Rehabilitation oder Operation kombiniert werden.
Welche Probleme kann eine operative Behandlung lösen?
Wenn eine Narbe bereits eine deutliche Bewegungseinschränkung, Fehlstellung, wiederholtes Aufbrechen oder Ulzerieren verursacht hat oder wenn konservative Behandlungen nicht ausreichend wirken, muss eine Operation in Betracht gezogen werden.
Häufige Operationen umfassen:
Narbenlösung Einschneiden oder Entfernen der kontrakten Narbe, um die unter Zug stehende Haut und tiefere Gewebe zu entlasten.
Z-Plastik oder Rekonstruktion mit lokalem Lappen Durch eine Änderung der Narbenrichtung und eine Verlängerung der Haut wird der lineare Zug verringert. Dies wird häufig bei strangförmigen Narben, narbigen Hautbrücken und Kontrakturen in Gelenknähe eingesetzt.
Hauttransplantation Sie eignet sich, wenn nach der Lösung ein größerer Hautdefekt besteht. Eine Hauttransplantation kann die Wunde decken, dennoch sind nach der Operation weiterhin Drucktherapie, Schienenversorgung und Rehabilitation erforderlich, um eine erneute Kontraktur zu verhindern.
Lappentransfer In funktionellen Bereichen, an exponierten Stellen oder in Regionen mit ungünstigen tiefen Gewebeverhältnissen kann ein Lappen dickeres und besser durchblutetes Gewebe bereitstellen. Die Qualität der Rekonstruktion ist in der Regel besser als bei einer reinen Hauttransplantation.
Gewebeexpansion Bei bestimmten stabilen Narben oder bei der Rekonstruktion großflächiger Narben kann zunächst mit einem Expander die umliegende normale Haut gedehnt werden, die anschließend zur Rekonstruktion des Narbenbereichs verwendet wird.
Wie unterscheidet sich die Behandlung je nach Körperstelle?
Bei Narben an der Hand hat der Funktionserhalt Priorität. Im Mittelpunkt stehen das Gleiten der Sehnen, Beugung und Streckung der Finger, das Öffnen des Daumen-Zeigefinger-Zwischenraums und das Training feinmotorischer Bewegungen. Schwere Verwachsungen oder Kontrakturen erfordern eine operative Lösung in Kombination mit Rehabilitation.
Bei Narben am Hals ist auf das Anheben des Kopfes, das Drehen des Kopfes und Zug am Unterkiefer zu achten. Frühzeitiges Dehnen, eine Halsorthese und Drucktherapie sind wichtig. Schwere Halskontrakturen erfordern in der Regel eine operative Lösung und Rekonstruktion mit einem Lappen oder einer Hauttransplantation.
Narben in der Achselhöhle können das Anheben des Arms beeinträchtigen. Der Behandlungsschwerpunkt liegt auf Abduktionsübungen, Schienenfixierung und Narbenlösung. Nach der Operation muss die Beweglichkeit des Schultergelenks langfristig erhalten werden.
Bei Narben in Gelenknähe sollten langfristig fixierte Haltungen vermieden werden. Bereiche wie Ellenbogen, Knie, Sprunggelenk und Handgelenk sollten möglichst früh rehabilitationsmedizinisch beurteilt werden, um zu verhindern, dass sich eine Hautkontraktur weiter zu einer Gelenksteife entwickelt.
Bei Narben am Bauch und nach Kaiserschnitt treten häufig Spannungsgefühl, Einziehungen, stufenförmige Konturunterschiede und subkutane Verwachsungen auf. Leichte Fälle können durch Massage, Radiofrequenz, Laser und ähnliche Verfahren gebessert werden; bei deutlichen Verwachsungen oder ausgeprägter Stufenbildung kann eine operative Lösung und präzise Rekonstruktion erforderlich sein.
Wann sollte man frühzeitig ärztliche Hilfe suchen?
Wenn folgende Situationen auftreten, wird empfohlen, möglichst früh eine plastische Chirurgie, Verbrennungs- und plastische Chirurgie, Dermatologie oder Rehabilitationsmedizin aufzusuchen:
Die Narbe wird zunehmend straffer und härter; der Bewegungsumfang eines Gelenks nimmt ab; Bereiche wie Finger, Hals, Achselhöhle, Ellenbogen oder Knie werden durch Zug beeinträchtigt; die Narbe bricht wiederholt auf oder blutet; Schmerzen oder Juckreiz sind deutlich; bei Kindern beeinflusst die Narbe das Wachstum einer Extremität; großflächige Narben nach Verbrennungen ziehen sich allmählich zusammen; eine Operationsnarben im Schnittbereich ist deutlich mit tieferem Gewebe verwachsen.
Literatur
- Neue Narbenkunde, herausgegeben von Huiyuan Li, Kaihua Lu und Shuzhong Guo, Verlag der Vierten Militaermedizinischen Universitaet.